Schloss Johannisberg

Das Schloss Johannisberg ist ein traditionsreiches Weingut, das auf rund 1200 Jahre Weinbaugeschichte zurückblickt. Bereits 817 werden die Weinberge erstmals urkundlich erwähnt. Um 1100 wird auf dem Berg ein Benediktinerkloster gegründet, der Berg wird um 1130 von Bischofsberg in Johannisberg (nach Johannes dem Täufer) umbenannt. Bis ins 17. Jahrhundert wechseln die Besitzverhältnisse mehrfach.

1716 erwirbt die Fürstabtei Fulda den Johannisberg und das Anwesen wird zur Sommerresidenz umgebaut. In den folgenden Jahren entsteht ein dreiflügeliges barockes Schlossgebäude und 1720 wird hier der erste geschlossene Rieslingweinberg der Welt angelegt.

1775 gilt als „Entdeckungsjahr“ der Spätlese. Der Reiter, der Johannisberger Trauben nach Fulda bringen musste, um die Leseerlaubnis einzuholen, kehrte 8 Tage verspätet aus Fulda zurück. Die derweil von Edelfäule befallenen Weintrauben wurden trotzdem gekeltert und geschmacklich als vorzüglich eingestuft. Dem Spätlese-Kurier ist ein Denkmal im Schlosshof gewidmet.

1816 kam das Schloss in den Besitz des Fürsten von Metternich. Seine Nachfahrin Fürstin Tatiana sowie ihr Mann Fürst Paul Alfons von Metternich bauten das Schloss nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wieder auf, bis zu ihrem Tod 2006 lebte die Fürstin auf Schloss Johannisberg.

Die Fürstin, Gründungsmitglied des Rheingau Musik Festivals, war es auch, die den Ostflügel des Schlosses zu einem Konzertsaal umbauen ließ. Auch 2011 finden im Rahmen des Festivals Konzerte in dem Saal statt.

Auf 35 ha mittel- bis tiefgründigem Löss und Lösslehm wird auf Schloss Johannisberg ausschließlich Riesling angebaut. Die Johannisberger Weingüter GbR beschäftigt heute rund 40 hauptberufliche Mitarbeiter sowie zur Lesezeit 120 Helfer.

Schloss Johannisberg liegt exakt auf dem 50. Breitengrad, dessen Verlauf im Weinberg markiert ist. Dieser Breitengrad wird häufig als die nördlichste Grenze für den Weinbau bezeichnet.