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Quarzit

Die Höhenzüge des Taunus werden durch ein hartes Gestein – den Quarzit – aufgebaut. Das sandige Abtragungsmaterial längst vergangener Gebirge wurde in der Zeit des Unterdevons (vor etwa 400 Millionen Jahren) in der Nähe der damaligen Küste abgelagert. Bald verfestigten sich die lockeren Sande zu Sandstein. Unter dem gewaltigen Druck aufliegender Gesteinsschichten wurde der Sandstein in seiner Kristallstruktur verändert (Metamorphose) und schließlich zum heutigen Gebirge des Taunus aufgefaltet. Der Taunusquarzit enthält zu weit mehr als 90% Kieselsäure (SiO2) und nur wenige Glimmer oder Feldspäte. Die Gehalte des Gesteins an Erdalkalien und Eisenoxiden sind daher sehr gering und dem Boden werden aus der Gesteinsverwitterung nur sehr wenig Nährstoffe nachgeliefert.

Im Mittelrheintal zwischen Assmannshausen und Lorch befindet sich die Lage Bodenthal- Steinberg. Der Standort liegt in 180 Meter Meereshöhe auf einem steil geneigten, südwestexponierten Hang. Die Sonneneinstrahlung ist ein wesentlicher Faktor für die Qualität eines Rebenstandortes. Sie ist abhängig von der Neigung und der Exposition des Geländes. Aufgrund seiner günstigen Eigenschaften erhält der Weinberg ein Optimum an Sonneneinstrahlung in der Zeit von April bis Oktober.
      

Quarzitböden sind Schuttböden. Das Gestein verwitterte in den Eiszeiten meist nur zu groben Blöcken. Der grau-braune Rigosol besteht aus Grus und Steinen des Quarzit sowie Schiefern. Der Steingehalt ist hoch, Wasser wird daher nur in geringen Mengen gespeichert. Der Boden ist tief rigolt, dadurch locker gelagert und gut durchwurzelbar. Die Rebe kann bei der Suche nach Wasser- und Nährstoffreserven ihre Wurzeln problemlos durch die Gesteinsdecke in die Tiefe treiben. Der grobbodenreiche, sandig-lehmige Boden erwärmt sich schnell und speichert die Wärme sehr gut. Obwohl das Wasserreservoir des Oberbodens schnell aufgebraucht ist, tritt kaum Wasserstress auf. Die Reben finden Reserven. Der Untergrund erhält Hangzugswasser von höher gelegenen Hängen. Das mineralische Nährstoffangebot des kalkfreien Bodens ist aufgrund der hohen Steingehalte und des hohen Quarzanteils der Feinerde gering. Im Oberboden verbessert Lösslehm den Nährstoff- und Wasserhaushalt. Ein mäßig trockener Standort, der rasch erwärmt und eine schnelle Reife fördert.

Der Wein

Der Wein des Lorcher Bodenthal- Steinberg zeigt sich schlank, leicht und äußerst lebendig. Hervorstechend ist die Spritzigkeit mit einer lebhaften, angenehm frischen, prickelnden Säure. Feine zarte Fruchtaromen von Grapefruit,
dazu ein Hauch von Zitrone, unterstreichen seine zurückhaltende Eleganz. Der Quarzit verleiht dem Wein Mineralität und eine feine Würze, die aber nie dominiert, sondern gut eingepasst ist in die feine Zurückhaltung der frischen Fruchtaromen und des schlanken Körpers. Ein eleganter Wein mit vielen Feinheiten und jede Menge Potenzial.

Bodeneigenschaften

  • geringes Wasserspeicherungsvermögen
  • Hangzugswasser im Untergrund
  • mittlere Durchwurzelbarkeit
  • gute Durchlüftung
  • sehr gute Erwärmbarkeit
  • kein Kalk
  • geringes Mineralstoffpotential

 

 

Ein karbonatfreier, basenarmer Trockenstandort mit mäßigen Reifungseinschränkungen.

 

 

 

 

Rossel. Halde aus Quarzitblöcken am Fuß von steilen Felsen und Klippen.

 

 

In einer Bruchsteinmauer zeigt sich die unterschiedliche Ver- witterungsresistenz der beiden Hauptgesteine am Mittelrhein. Der Quarzit ist kaum angegriffen, während der Schiefer (Bildmitte) schon nach wenigen Jahren stark zerfällt.