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Erdaltertum

Kollision der Kontinente

Die Entstehungs- geschichte der Landschaft reicht zurück in die Zeit des Unterdevons (etwa 400 Millionen Jahre vor heute). Europa und Amerika bildeten einen zusammenhängenden Kontinent, Laurussia genannt. Im Süden dieses Kontinents befand sich der Kontinent Gondwana, bestehend aus dem heutigen Südamerika, Afrika, Indien, Australien und der Antarktis. Das heutige Rheinische Schiefergebirge war damals ein flaches urzeitliches Meer. Flüsse schwemmten gewaltige Mengen Sand und Ton in dieses Meeresbecken. Nahe der Küste lagerte sich der gröbere Sand ab, die feineren Tonpartikel sedimentierten als Schlick in den tieferen Bereichen. Der Meeresboden sank dabei ständig ab. Dadurch erreichten die Sedimentablagerungen eine Mächtigkeit von mehreren Kilometern. Am Ende des Devons bewegten sich die Kontinente aufeinander zu. Beim Zusammenstoß wurden die Sedimentablagerungen übereinander geschoben, verfaltet und ein Gebirgsmassiv erhob sich aus dem Meer.
     Eindrückliche Zeugen dieser Zeit sind die Steilstellung der Schichten, Faltungen und die Schieferung der Gesteine. Die Schiefer gaben dem Gebirge seinen Namen: Rheinisches Schiefergebirge. Die Gebirgsbildung im Großen wurde von Veränderungen im Kleinen begleitet. Die zu Stein gewordenen Sedimente wurden durch den hohen Druck der auf Ihnen lastenden

Gesteinsschichten in ihrer Struktur verändert, „metamorphisiert“. Aus Sand wurde Quarzit, aus Ton der Tonschiefer.
„Taunusquarzit“ und „Hunsrückschiefer“ prägen heute das Terroir vieler Weinberge am Mittelrhein. Bei der Kollision der Kontinente stiegen vom tiefen Untergrund Magmen bis in die obere Erdkruste auf. Sie treten an der Hessischen Bergstraße zu Tage.

Erdneuzeit



Engtal des Rheins - deutscher Grand Canyon

Bei Rüdesheim, am Binger Loch, endet der Oberrheingraben und der Rhein tritt imposant in das Schiefergebirge ein. Der Rhein hat sich ein enges Kerbtal tief in den Gesteinsuntergrund eingeschnitten und dabei felsige Steilhänge und im Flussbett Klippen hinterlassen.

TROPISCHES MEER, DEUTSCHER GRAND CANYON UND DER STAUB DER EISZEITEN.

Vor etwa 50 Millionen Jahren wurde durch den Einbruch des Oberrheingrabens und des Mainzer Beckens der Grundstein des heutigen Landschaftsbildes gelegt. Im Oligozän (vor etwa 30 Millionen Jahren) wurde der Raum vom Meer überflutet. Taunusrand und Bergstraße bildeten die Küstenlinie eines subtropischen Meeres, in dem sich Haie und Seekühe tummelten. Die Meeresverbindung existierte zwar nur wenige Millionen Jahre, ließ aber im Rheingau zahlreiche Zeugen zurück: Strandgerölle, Meeressand, Tone und Kalkstein. Mit dem Rückzug des Meeres eroberten die Fließgewässer den Graben zurück. Noch war das Rheinische Schiefergebirge ein Tiefland, das der Ur-Rhein in einem flachen Tal auf seinem Weg zum Nordmeer querte. Im Pleistozän (vor 2 Millionen Jahren) begann das Schiefergebirge sich stark herauszuheben. Der Rhein konnte mit der Hebung des Gebirges Schritt halten und schnitt sich immer tiefer in den Untergrund ein. So formte sich der „Grand Canyon“ Deutschlands, das imposante Engtal des Rheins.
 

Mit dem Pleistozän hielt das Eiszeitalter Einzug. Der Wechsel von Warm- und Kaltzeiten dauert bis heute an. Intensive Verwitterung und Ablagerung von Lockergestein haben unsere Landschaft gestaltet. Die Sprengkraft des Wassers beim ständigen Auftauen und Gefrieren zerkleinerte das Gestein. Mächtige Decken von Flugstaub an den Hängen von Rheingau und Bergstraße belegen eindrucksvoll die Kraft des Windes in den Eis

zeiten. Stürme bliesen Sand und feine Staubkörner aus den trocken liegenden Schotterbetten der Flüsse. In windgeschützten Lagen wurde der Staub aus der Luft „ausgekämmt“ und es entstanden mächtige Lössablagerungen. Löss bedeckt heute in weiten Teilen den Rheingau und die Anhöhen der Hessischen Bergstraße.