An den Felsenkellern

Liebe Besucherinnen und Besucher,
der „Weinerlebnisweg Oberer Rheingau“ heißt Sie willkommen in Flörsheim am Main, Stadtteil Keramag/Falkenberg, einem Industrie- und Wirtschaftsstandort mit Geschichte. Über die „Flörsheimer Schweiz“, einer hügeligen Landschaft, führt Sie der Weinerlebnisweg zur Wickerer Warte. In der anderen Richtung passieren Sie Landstraße und Wohnsiedlung, um durch die Weinberge zur Stadt Hochheim am Main zu gelangen.

Einst und jetzt – Industrie und Besiedlung am Falkenberg Produktionsprozesse benötigen Energie. Einst nutzte man dazu die Wasserkraft. Auf einer Gesamtlänge von 24 km gab es am Wickerbach 23 Mühlen. Hier in der Nähe liegen die Obermühle und die Wiesenmühle. Kalksteinfelsen begrenzen diesen Parkplatz. Sie enthalten Fossilien wie Muscheln und Schnecken. Aufgrund der besonderen geologischen Grabensituation konnte sich am Falkenberg mariner
Kalkstein erhalten. Ganz in der Nähe liegen Steinbrüche, aus deren hellgelblichen Kalksteinen viele Gebäude in Flörsheim am Main, Wicker, Massenheim und Hochheim am Main erbaut sind.

Das an der L3028 gelegene Industriedenkmal „Alte Kalkbrennöfen“ ist Zeitzeuge der frühen Industrialisierung. Die Kalkbrennöfen stammen aus dem 18. Jahrhundert. Bis ins 19. Jahrhundert waren Kalkbrennöfen in fast jeder Stadt zu finden. Wegen der starken Rauchentwicklung lagen sie meist  außerhalb der Ortschaften.

Im 20. Jahrhundert baute die Firma Dyckerhoff rund um den Falkenberg Kalkstein ab. Heute zeugt ein See davon, wie tief man einst schürfte. Das Abbaugebiet jenseits der Landstraße („In der Kelb“) wurde zum Teil aufgelassen, zum Teil rekultiviert und ist heute teilweise als Weinberg angelegt. 1912 errichtete die KeramAG ein keramisches Werk und eine Arbeitersiedlung. Sie wurde nach 1945 mit der Ansiedlung von Kriegsflüchtlingen und Heimatvertriebenen erweitert.
Nach der Schließung der KeramAG 1982 wurde das Gelände zu einem modernen Industriepark entwickelt.