7. Kloster Nothgottes

Herzlich willkommen im Kloster Nothgottes!

Wie Marienthal ist auch Nothgottes im 14. Jahrhundert entstanden. 1390 wurde hier durch Ritter Johann Brömser eine Kapelle errichtet. Ein Bauer soll beim Pflügendes Feldes im Acker die Figur des Blut schwitzenden Heilands gefunden und dazu den Ruf „Noth Gottes“ gehört haben. Diese Figur fand ihren Platz in der Kapelle. Im 15. Jahrhundert baute man dann eine Wallfahrtskirche, die zwischen 1620 und 1622 durch eine Klosteranlage erweitert und den Kapuzinern zur Verfügung gestellt wurde. Sie wirkten bis zur Säkularisierung hier. Viele Wallfahrer, die nach Marienthal pilgerten, zogen oftmals weiter bis nach Nothgottes und knieten vor dem Gnadenbild nieder, einer recht kleinen Figur, deren Original (seit der Säkularisierung in der Pfarrkirche St. Jakobus in Rüdesheim) wirklich aus dem frühen 14. Jahrhundert stammt. Eine Kopie des Gnadenbildes findetsich im linken Seitenschiff vorne. Auffällig sind die überlangen flehenden Hände Jesu.

Das Kloster war recht ärmlich ausgestattet. Bemerkenswert war jedoch eine 4000 Bände umfassende Bibliothek. Nach der Aufhebung des Klosters 1813 verfie das Gebäude.

1903 kaufte Emma Frohn aus Elberfeld das Anwesen und belebte es neu. Die Kirche wurde in ein Museum und einen Musiksaal umgewandelt. 1932 kaufte dann schließlich das Bistum Limburg das Kloster für das St. Vincenzstift in Aul-hausen. Zwischen 1932 und 1938 betreuten hier Dernbacher Schwestern behinderte Kinder. Nach den Wirren des Krieges diente das Gebäude u. a. als Altersheim, für die Mädchenseel-sorge und als Müttergenesungsheim. 1979 bis 2006 war das ehemalige Kloster ein Bildungshaus des Bistums Limburg. In der Folgezeit versuchte man wieder klösterliches Leben anzusiedeln, sodass Nothgottes weiterhin ein Ort des Gebetes ist. Nach wie vor führen Wallfahrten nach Nothgottes, darunter am ersten Sonntag im September die einwöchige Fußwallfahrt von Kruft nach Nothgottes, die auch auf den Tafeln am Gnadenbild verewigt ist.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts baute man an die Kirche  zwei Seitenkapellen an: Die Hildegardis-Kapelle und die Rabanus-Kapelle.

Das Kloster

Der Anfang von Nothgottes liegt im zufälligen Fund einer Figur. Eine kleine Figur, die dann Großes bewirkt: Eine ganze Kirche, ein Kloster und Wallfahrten. Kleines wird ganz groß. Es wird einem vielleicht geschenkt und entwickelt sich dann. So mag es auch im Leben Dinge geben, wo sich Kleines ganz groß entwickelt hat. Wo ich erst später spüre: Hier ist noch ein ande-rer mit mir auf dem Weg gewesen und hat meinen Lebensweg begleitet.

Impulse

Ob es wohl solche Ereignisse auch in meinem Leben gibt? Bei Maria hat es Gott damals auch gemacht: Kleines ganz groß. „Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort.“ Nicht anders erging es den Jüngern: Aus einfachen Fischern wurden Menschenfische, Apostel.

 

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