Impulse zum Innehalten ...

Aurelius Augustinus, Kirchenlehrer, 354-430

Das unruhige Herz ist die Wurzel der Pilgerschaft.
Im Menschen lebt eine Sehnsucht, die ihn hinaustreibt aus dem Einerlei des Alltags und aus der Enge seiner gewohnten Umgebung. Immer lockt ihn das andere, das Fremde.

Doch alles Neue, das er unterwegs erlebt, kann ihn niemals ganz erfüllen. Seine Sehnsucht ist größer. Im Grunde seines Herzens sucht er ruhelos den ganz Anderen, und alle Wege, zu denen der Mensch aufbricht, zeigen ihm an, dass sein ganzes Leben ein Weg ist, ein Pilgerweg zu Gott.

Wir sollten, Brüder (und Schwestern), in dieser Welt wandernd, nach dem ewigen Heil schauen und es lieben. In unserer Welt sollten wir als Pilger leben.

Madeleine Delbrêl, franz. Sozial arbeiterin, 1904 -1964

Geht in euren Tag hinaus ohne vorgefasste Ideen, ohne die Erwartung von Müdigkeit, ohne Plan von Gott, ohne Bescheidwissen über ihn, ohne Enthusiasmus, ohne Bibliothek – geht so auf die Begegnung mit ihm zu.

Brecht auf ohne Landkarte – und wisst, dass Gott unterwegs zu finden ist, und nicht erst am Ziel. Versucht nicht, ihn nach Originalrezepten zu finden, sondern lasst euch von ihm finden in der Armut eines banalen Lebens.

Kurt Weigel, Priester, *1950

Ich habe mir abgewöhnt, Herr, an große Wunder zu glauben, solche, die die Welt verändern, die alles rund und glücklich machen…

Ich habe sie entdeckt, die Wunder, die kleinen, in jedem Tag, in jedem Augen-Blick, in jeder Farbe der Natur, sogar in mir! Das ist meine Entdeckung:
Ich freue mich, dass ich bin, dass ich so bin durch IHN und mit IHM und in IHM, meinem Bruder und Herrn.

Kirchenlied aus Peru

Dich sehe ich, Herr,
in den Blumen des Feldes,
dich sehe ich, Herr,
wenn der Tag aufgeht,
dich sehe ich, Herr,
in den fallenden Blättern,
in allem sehe ich dich, Herr.

Dich sehe ich, Herr,
im Lachen des Kindes,
in der Sonne und im Schatten,
in der Hitze und der Kälte,
dich sehe ich, Herr,
im Antlitz eines Menschen,
in allem sehe ich dich, Herr.

Dich sehe ich, Herr,
im Meer und in den Bergen,
dich sehe ich, Herr,
am Rande jedes Weges,
dich sehe ich, Herr,
auf den Straßen,
den engen und weiten,
in allem sehe ich dich, Herr.

Sr. Ursula Bittner, Vinzentinerin, *1937

Ich wünsche Dir Zeit ....

... für Wanderwege: Einfach nur gehen,immer geradeaus, ohne Zeit- und Termindruck im Wissen: Es ist egal, wann ich ankomme.
... für Rückwege: Auf dem Hinweg schon Gesehenes wiedererkennen, um es aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten.
... für Umwege: Andere Wege als angezeigt auszuprobieren, um festzustellen, wie und wann ich am Ziel ankomme.
... für Bergwege: Schrittweise und mühsam sich dem Ziel nähern und den eigenen Grenzen begegnen.
... für Höhenwege: Die Welt von oben ansehen, Abstand gewinnen, sich dem Himmel näher wissen und leicht werden.
… für Talwege: Von unten nach oben schauen, den Kopf heben, dem Himmel entgegen gehen und der Sehnsucht Flügel geben.
... für Schleichwege: Den breiten Weg verlassen, neue Wege wagen, durch Gestrüpp und über Hindernisse steigen.
... für Irrwege: Erfahrungen machen mit Weg-Suche und Verlaufen, das Zurückgehen lernen, um neu anzufangen.
... für Kirchwege: Nicht nur um Kirchen zu besichtigen, sondern auch, ihre Einladung zu stillem Verweilen und Hören auf Gott anzunehmen.