Weinlage Wickerer Nonnberg

Der Nonnberg
Der Wickerer Nonnberg ist vermutlich in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts in den Besitz des Klosters Retters gelangt. Im Jahre 1281 tauschen das Kloster Retters und das Zisterzienserinnen-Kloster Tiefenthal Grundstücke in Wicker. In diesem Dokument ist erstmals von einem „Nonnenberg“ die Rede. Bis 1791 verblieb nun der „Nonnberg“ bei den Klosterfrauen. In Geldnöten verkauften sie den Weinberg an das Mainzer Domkapitel, das 1803 infolge der Säkularisation enteignet wurde.

Ab 1806 hat der Mainzer Handelsmann Philipp Cramer in großem Stil Weinberge in Wicker aufgekauft. Um eine bessere Ausrichtung der Rebfläche nach Südwesten und somit eine optimale Sonneneinstrahlung der Lage Nonnberg zu erreichen, ließ er umfangreiche Erdarbeiten vornehmen. Die Weinbergsmauer ließ Cramer 1817 errichten, aus den Bruchsteinen der abgerissenen „Flörsheimer Warte“. Die Familie Joachim Flick, die in Wicker seit 1994 ihr Weingut in der Straßenmühle betreibt, hat den Nonnberg im Jahr 2004 erworben.

Cyrenenmergel – süß-salzige Hinterlassenschaft des Meeres

Vor ca. 38 bis 12 Millionen Jahren nahm ein fl aches Meeresbecken den Raum des heutigen Rheinhessen und Teile des Rheingaus ein. Es entstand durch den Einbruch des Oberrheingrabens. Bei ansteigendem Weltmeeresspiegel konnte das Meer für die Dauer von ein paar Millionen Jahren bis ins Mainzer Becken vordringen. Als sich das Meerwasser später zurückzog, entwickelte sich eine Fluss- und Seenlandschaft.

Der Wickerer Berg besteht aus „Cyrenenmergel“ – einer Brackwasserablagerung
aus der Zeit des Meeresrückzugs. Die mal grüngrauen, graublauen oder  grüngelblichen Mergel haben einen hohen Gehalt an Schluff und Kalk.