Vom Wein erobert - der Herrnberg

Bewegte Geschichte

Die Lage Hochheimer Herrnberg (11,3 ha Rebfläche) wurde erstmals 1270 urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich von den einstigen Besitzern, den Domherren von Köln, ab.
Gutes „Terroir“ und künstliche Landschaft – das muss kein Widerspruch sein. Der Herrnberg ist ein Beispiel standortgerechter Rekultivierung, hier wurde „Gelände gut gemacht“. Das Areal, auf dem Sie sich befinden, gehörte einst zu einer Kalksteingrube. Heute ist hier ein Weinberg. Im daran anschließenden, von Büschen überwachsenen, hügelig-zerfurchten Gelände finden Sie Spuren der ehemaligen Nutzung. Vermutlich wurde hier schon zur Römerzeit Kalkstein abgebaut.
Mindestens seit dem 16. Jahrhundert wurde im unteren Wickerbachtal Kalkstein
im industriellen Maße gewonnen. Die alten Kalkbrennöfen aus dem 18.  Jahrhundert wurden 1998 aufwendig restauriert und sind zu besichtigen.

Sand, Kalkstein, Löss

Im Herrnberg gibt es natürliche Böden aus tiefgründigen Flugsanden. Im Teilgebiet der alten Grube sind die Böden „man-made“. Weiß-gelblicher Kalkstein ist eingebettet in ein gelb-orangenes, tonreiches Gesteinsverwitterungsmaterial.

Darüber wurde heller Sandlöss aufgefüllt, ein kalkreiches, überaus fruchtbares Bodensubstrat. Die Auflage aus Kalkstein schützt vor Abspülung. Den Abschluss bildet eine organische Auflage. Sie fördert das Bodenklima und liefert organische Nährstoffe. Der dunkle Humus ist gut durchlüftet und wird von der Sonne rasch erwärmt. Das Kalksteingeröll speichert Wärme und fördert so das Mikroklima.