Weinbauklima - Wo guter Wein wächst

Geländeklima – die „Spielregeln“
Klima und Boden beeinfl ussen Wachstum, Qualität, Geschmack und Charakter eines Weines. Das Geländeklima spielt dabei „die erste Geige“.

Höhenlage
Die Rebe benötigt Licht und Wärme. Warum aber wächst guter Wein meist in (Fluss)Tälern? Der Schlüssel ist die Temperatur. Sie bestimmt die Höhengrenze des Weinbaus. Sie liegt im Rheingau bei 300 m. Pro 100 m Höhenzunahme wird es um etwa 0,7 °C kühler und das Mostgewicht sinkt um 3 bis 5° Oechsle.

Exposition und Neigung – die Ausrichtung zur Sonne
Eine gute Ausreife benötigt viele Sonnenscheinstunden. Südhänge mit einer größeren Sonneneinstrahlung und höheren Temperaturen sind klar im Vorteil. Kühle Nord- und Osthänge werden in unserem Klima weinbaulich nicht genutzt. Auch der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen bestimmt die Wärmegunst. Hanglagen erhalten bis zu 30% mehr Energie. Wenn die Trauben heranwachsen, ist dieser Unterschied noch gering. Am größten ist er in der entscheidenden Reifephase der Trauben.

Topografie – Der Weg der Luft
Kaltluft führt zu Reifeeinbußen. Höher gelegene Flächen produzieren in Strahlungsnächten Kaltluft. Diese schwere Luft fl ießt am Hang ab und sammelt sich im tiefer gelegenen Gelände. Flusstäler sind daher kaltluftgefährdet; und feuchter. Tau entsteht hier früher, Blattnässe wird später verdunstet als
am Hang, wo der Wind die Blätter schneller abtrocknen lässt.

Nur an warmen und geschützten Orten erreichen Trauben eine Reife, die es erlaubt, hochwertige Weine zu produzieren. So wie hier am Main – das wussten bereits die Römer.

Warum aber sind die Flächen an Main und Wickerbach so gut geeignet für den Weinbau? Welche Faktoren machen die Güte einer Weinbergslage aus? Und welche Rolle spielt dabei das nahe Taunusgebirge?