Weinwissen

Güteklassen
Tafelwein, Landwein, Qualitätswein, Prädikatswein – in kaum einem anderen
Land gibt es beim Wein so viele Qualitätsstufen wie in Deutschland.
Deutscher Tafelwein stammt aus deutschem Lesegut. Sein Alkoholgehalt
muss mindestens 8,5 % vol. betragen. Deutscher Landwein ist Tafelwein mit Angabe des Anbaugebiets der Trauben. Trauben für einen Qualitätswein
bestimmter Anbaugebiete (QbA) müssen ein Mindestmostgewicht (je nach Gebiet zwischen 50 und 72 Grad Oechsle) erreichen und zu 100 % aus einem Anbaugebiet stammen.

Prädikatswein ist die höchste Qualitätsstufe bei deutschen Weinen.
Es gibt sechs Prädikate, mit unterschiedlichen Mindestmostgewichten je nach
Rebsorte und Anbaugebiet. Die verwendeten Trauben müssen alle aus einem einzigen Bereich (Lage) stammen.

 

  • Kabinett: leichte Weine aus reifen Trauben.
  • Spätlese: reife, elegante Weine aus reiferen Trauben.
  • Auslese: fruchtige, edle Weine aus vollreifen Trauben, unreife Beeren werden ausgesondert.
  • Beerenauslese: volle, fruchtige Weine aus überreifen, edelfaulen Beeren.
  • Trockenbeerenauslese: aus rosinenartig eingeschrumpften, edelfaulen Beeren.
  • Eiswein: aus überreifen, edelfaulen Beeren, die in gefrorenem Zustand unter Minus 7 Grad Celsius gelesen und gefroren gekeltert werden.

Das Weinetikett

ist die Visitenkarte eines Weins. Es vermittelt Informationen, die beim Weineinkauf wichtig sind: Jahrgang, Rebsorte, Herkunft, Qualitätsstufe, Weinart, Geschmacksangabe, Alkoholgehalt, Erzeugername, amtliche Prüfnummer.

Teilweise sind solche Angaben Pflicht, teilweise sind sie freigestellt. Obligatorische Angabe bei einem deutschen Qualitätswein oder Prädikatswein ist die Bezeichnung der Qualitätsstufe und des Anbaugebiets.
Zusätzlich kann eine engere Herkunftsbezeichnung, ein Weinort oder eine Weinlage genannt werden. Auf dem Etikett angegeben sein müssen außerdem die amtliche Prüfnummer, der Erzeuger (Gutsabfüllung/Erzeugerabfüllung)
oder Abfüller, der Alkoholgehalt in Volumenprozent und der Flascheninhalt.
Der Jahrgang und die Nennung einer Rebsorte dürfen angegeben sein, wenn mindestens 85 % des Weins aus der Ernte des jeweiligen Jahrgangs stammt.

Seit einigen Jahren erfahren Weinetiketten auch eine kreative Aufwertung.
Grafi sch modern gestaltete Versionen zeigen, dass die deutschen Winzer mit dem Zeitgeschmack gehen. Sie platzieren dann die nicht obligatorischen Angaben auf einem Rückenetikett, um die Übersichtlichkeit zu verbessern.