Weinlage Domdechaney

„Hochheims kostbarstes Weingelände“
Die Weinlage Domdechaney unterhalb des historischen Hochheims gilt als
Rheingauer Spitzenlage. Der berühmte Weinberg ist noch nicht sehr alt.
Heute bietet die Domdechaney ebene, trockene Hänge, die Rebzeilen sind
mit modernen Maschinen befahrbar.
Das war nicht immer so. Einst war hier sumpfi ges Wiesengelände, an Quellhorizonten trat Grundwasser aus. Im Jahr 1685 erkannte Domdechant
Christof Rudolf von Stadion, dass sich aus dem feuchten, aber sonnigen
Abhang „ein treffl icher Weinberg schaffen lasse“. Das Sumpfl and wurde entwässert, gerodet, im Frondienst aufgefüllt, das Relief eingeebnet und die Quellmulden trockengelegt. Der mühevollen Arbeit Lohn war ein Weinberg, der einen Wein lieferte, der sich bald an die Spitze der Hochheimer Gewächse stellte und weit über den Rheingau hinaus bekannt wurde.

Hochheimer Domdechaney, das sind 10 ha beste Premiumlage der Marke „Erstes Gewächs Rheingau“. Der Lagenname weist auf die früheren Besitzer hin, die Dechanten des Mainzer Domkapitels.

Bis ins 13. Jahrhundert war die Lage im Besitz des Kölner Domkapitels, das 1273 Hochheim mit „Land und Leuten“ an das Mainzer Erzstift Kurmainz verkaufte. Über 500 Jahre war das Mainzer Domkapitel Landesherr in den Orten Flörsheim und Hochheim. Es ließ seine landesherrlichen Rechte durch seinen Dekan, auch Dechant genannt, wahrnehmen. Dieser hatte seinen Amtssitz im Hochheimer Fron- und Domherrenhof. Der „Domdechant“ war auch Herbstherr. Er setzte den Beginn der Weinlese fest.

„Prima Klima“

Die Lage Domdechaney ist klassifi zierte „Erstes-Gewächs“-Lage. Ausschlaggebend dafür ist ihre Klimagunst: Sie liegt im oberen Hangbereich, der die meiste Sonnenstrahlung empfängt und dadurch am stärksten erwärmt (rosa Farbe auf der Klimakarte). Und sie grenzt direkt an den Stadtrand.

Das hat zwei Vorteile:
Die städtische Bebauung heizt rascher auf als die Umgebung. Am Stadtrand entsteht so Warmluft. Nachts bildet sich auf der Ebene Kaltluft. Die Siedlung aber verhindert, dass die kalte Luft in die Weinberge abfl ießt. Fröste treten dadurch seltener auf.