Preußen und Österreich beschießen das Französische Mainz 1793

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

Französische Revolution 1789. Ideen und Grundwerte wollten Revolutionstruppen der jungen Republik im Jahre 1792 auf deutsches Gebiet tragen. Sie eroberten die Pfalz und Rheinhessen, mit dem sich kampflos ergebenden Mainz.

Die Beschießung von Mainz anno 1793

Zur Rückeroberung schlossen sich Österreich, Preußen, Hessen und Sachsen zusammen. Ihre Truppen konnten bis Anfang 1793 einen geschlossenen Belagerungsring um die Stadt Mainz bilden. Zuletzt standen etwa 23.000 eingeschlossenen Franzosen mehr als 40 000 Deutsche und Österreicher gegenüber. Friedliche Verhandlungen bleiben ergebnislos.
Als Folge wurde ab Mitte Juni eine etwa 4 Wochen andauernde Beschießung
aufgenommen. Hier, zwischen Hochheim am Main, Kostheim und Kastel, lagerten in breiter Front Truppen Preußens, Sachsens und Hessens, die sich mit ihren Geschützbatterien an der Kanonade beteiligten.

Die Folgen...

...waren schrecklich. Die Gegend zwischen Dom und Schillerplatz war schwer zerstört. Der Mainzer Dom selbst war schlimm beschädigt. Weitere Stätten, wie die Schlossanlage, die Favorite, die Liebfrauenkirche, die Jesuitenkirche, die Domprobstei, Adelshäuser und viele Bürgerhäuser waren untergegangen. Das französisch besetzte Kostheim war durch gleichzeitigen schweren Beschuss quasi in Schutt und Asche gelegt. Selbst die kaum 30 Jahre alte wunderschöne Barockkirche brannte aus und musste kurze Zeit später abgerissen werden.

Der zu dieser Zeit im Raum Mombach weilende Johann Wolfgang von Goethe beobachtete die schrecklich-schaurigen Beschießungen und Brände von umliegenden Anhöhen. Er fasste in einem Brief zusammen: „Kunstlos und fast trostlos sitze ich hier in der schönsten Gegend von Deutschland und sehe nichts als Verwüstung und Elend.“

Am 23. Juli 1793 übergaben die Franzosen die Kapitulationsurkunde und zogen aus Mainz ab. Aber schon Ende 1794 standen sie wieder vor Mainz. Diesmal als Belagerer, aber erfolglos. Erst 3 Jahre später gelang ihnen in erneutem Anlauf
die Einnahme der Stadt, die bis zum Ende der „Befreiungskriege“, also bis 1814, als Departmenthauptstadt Teil Frankreichs wurde.
Der Rhein war so lange zur Grenze Frankreichs geworden.