Weinlage Kostheimer "Weiß Erd"

Weinlagenstratigraphie
Manchmal verrät der Name einer Weinlage etwas über den Charakter der Weinberge (z.B. „Erntebringer“), den einstigen Besitzer („Bischofsberg“), bisweilen auch das Substrat und die Erdgeschichte, wie bei der „Weiß Erd“. Unterhalb der Landstraße erstreckt sich die Kostheimer Lage, die hält, was ihr Name verspricht.

Weiße Erde
Heller Mergel verlieh der Lage „Weiß Erd“ ihren Namen. Trocknet der Mergel aus, ist er schneeweiß. Woher stammt der Mergel? Unser Raum war zeitweise von einem warmtropischen Meer überfl utet. Am Meeresboden und in Brackwasserseen sammelte sich ein kalkreiches Feinsediment – der Mergel. Nach dem Rückzug des Meeres eroberte der Main das Terrain und lagerte in Kaltzeiten Schotterbetten aus Kies ab.
Während das Umland sich hob, schnitt der Main sich immer tiefer in den Untergrund ein. So entstand unsere Flussterrassenlandschaft. Am Hang, in der „Weiß Erd“, kommt das „begrabene Meer“ wieder zum Vorschein.

Der Boden
Der Untergrund des Bodens besteht aus hellem Schluffmergel, vermischt mit Sand, Ton und Kiesen. Der Mergel wurde von Löss bedeckt, der später entkalkte und zu braunem Lösslehm verwitterte. Im Zuge einer Flurbereinigung wurde heller,
kalkreicher Löss als Oberboden aufgetragen.