Böden aus Mergel und Kalkstein

Der Käsbach
ist der letzte Zufluss zum Main, bevor dieser bei Kostheim in den Rhein mündet. Sein Name, „Käs“, leitet sich vom Mittelhochdeutschen "kes" mit der Bedeutung sumpfiges Gelände ab. Während hunderttausenden von Jahren tiefte sich der Bach an einer vorgezeichneten Störungszone in den Untergrund ein und schuf
so das Käsbachtal. Es trennt den Neuberg mit der Weinlage Kostheimer Steig vom Hochheimer Berg mit der Kostheimer Weinlage St. Kiliansberg

Millionenfache Schnecken
lebten im Unter-Miozän (ca. 20 Millionen Jahre vor heute) in einem flachen,
warmen, schwach salzigen Gewässer. Bei den subtropischen Bedingungen fällte Kalk aus und es entstanden Mergel (ein Mischung aus Kalk und Ton) und Kalkstein. Der Hochheimer Berg und der Neuberg bestehen im Untergrund aus solchen harten Kalksteinen. Ihre harten und gut gebankten Kalksteine wurde schon früh für den Hausbau - oft als Sockelverkleidung - oder auch als Mauern in den Weinbergen genutzt.
Aber erst ihr Fossilinhalt verrät ihre genaue Zuordnung. So sind am Fuße des Hochheimer Bergs die Hydrobienschichten zu finden, benannt nach der  massenhaft auftretenden Brackwasserschnecke Hydrobia.
Der Neuberg wird von etwas älteren Schichten, den Infl atenschichten gebildet, ebenso mit millionenfachen Hydrobien, allerdings kommt zusätzliche eine Hydrobia infl ata vor mit aufgeblähtem (inflate) Gehäuse, die den Schichten ihren Namen gab.
In über 140jähriger Tradition wurde der Kalkstein in Wiesbaden-Amöneburg für die Zement-, Kalk- und chemischen Industrie von der Dyckerhoff AG abgebaut. Dyckerhoff war damit das älteste deutsche Zementwerk.