Bereits die Römer haben die sonnenreiche Südostlage dieser Weinberge geschätzt. Bodenfunde (Tonfass, Winzermesser aus dem 2. bzw. 3. Jahrhundert n. Chr.) weisen auf sog. „VILLAE RUSTICAE“, Bauernhöfe, und den
Weinanbau zur Römerzeit hin. An ausgesucht schönen, günstigen Plätzen
errichteten die römischen Siedler ihre Gutshöfe. Sie lagen meist etwas erhöht, mit guter Aussicht, bei einer Quelle oder in einer fruchtbaren Bachniederung und möglichst in der Nähe wichtiger Straßen.

Griechen und Römer betrieben zu ihrer Zeit den Weinbau überwiegend ohne Unterstützungsvorrichtung: Die Rebe wuchs flach auf dem Boden liegend oder buschartig bzw. rankte an Bäumen hoch. Auch eine kombinierte Pflanzung von
Ulmen und Reben wurde durchgeführt.

Man versuchte aber auch schon, den Reben durch einen Pfahl Halt zu geben.
Die Römer bauten Rahmen für die Reben, indem sie Holzstangen auf kurze
Pfähle legten und die Reben dort entlang banden (JOCH- ODER KAMMERTBAU). An diesem System hat sich bis in die heutige Zeit wenig geändert – lediglich die Stangen werden meist durch Drähte ersetzt.

Zur Anbautechnik des Weins

Viele Weinbergsarbeiten werden heutzutage aus Kostengründen immer weiter durch Maschinen unterstützt oder erledigt. Dies erfordert weiträumige,
gut zu befahrende Weinberge.

So entwickelte sich in den vergangenen Jahrzehnten die REBENERZIEHUNG

  • von 100 cm Zeilenbreite (Handarbeitsstufe)
  • über 120 cm (Pferd im Weinberg) und
  • 150 cm (mit Schlepper zu befahren)
  • bis hin zu zwei Meter breiten Rebzeilen.

Die Unterstützungsvorrichtung wurde von einem auf zwei Meter erhöht.
Doch nicht allein die Mechanisierung der Weinbergsarbeiten ist für eine „geräumigere“ Rebenerziehung verantwortlich. In weiträumigen Anlagen sinkt
die Selbstbeschattung der Reben. Damit kann jeder Sonnenstrahl vom Weinstock eingefangen werden. Am wichtigsten ist jedoch, dass in den breiten
Rebzeilen eine bessere Belüftung stattfindet.

Erkrankungen des Weinstocks durch Pilzbefall und schädliche Insekten wird dadurch vorgebeugt. Die heutige Rebenerziehung steht ganz im Sinne eines naturgemäßen Weinbaus – natürliche Abwehrmaßnahmen gegen Krankheiten und Schädlinge werden klar bevorzugt.