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Bis zur Beseitigung der alten Ortsbefestigung (Mauer und Graben) zu Beginn des 19. Jahrhunderts befand sich hier der nördliche Ausgang („Neue Pforte“) von Wicker.
Teile der Ortsmauer sind noch an mehreren Stellen im Ort sichtbar. Nach Aufgabe des alten Friedhofs an der Kirche wurde etwa hundert Meter von hier
entfernt an der Straße nach Massenheim der neue Friedhof angelegt.
Die Straßenführung im alten Ortskern hat sich seit der Neufestlegung nach der Feuersbrunst 1610 und nach dem Dreißigjährigen Krieg verändert.

Dem Besucher bieten sich beim Gang durch „ALT-WICKER“ auch heute noch interessante und reizvolle Ansichten aus der mittelalterlich-dörflichen Vergangenheit. Durch die im Zuge der Dorferneuerung neu gestaltete Taunusstraße, die früher UNTERGASSE hieß, gelangt man zum Ausgangspunkt am „Tor zum Rheingau“ zurück.

Der Wickerer Wein war von jeher ein „löblich Getränk“, das auch früher schon manches Herz erfreute.

LANDGRAF WILHELM IV. VON HESSEN, „der Weise“ (1532–1592), ereiferte sich über sein Hofgesinde, das „nurt Wickerer, Wallauer, Elsasser, Obergawer und dergleichen Weine, so wir mit großen Kosten vor Frembde und nicht vor Hofgesinde einkaufen lassen, eingeschenkt haben will.“


JOHANN MICHAEL MOSCHEROSCH, zuletzt hessischer Geheimrat, hat in seinem 1666 gedruckten Buch „Wunderliche und wahrhafftige Gesichte Philanders von Sittewald“ von dem Weinkenner Mutius Jungfisch die guten Weinsorten aufzählen lassen, unter denen sich „der Didesheimer, der Wickerer, der Hochheimer, der Ringgauer, der Ridesheimer“ und andere befinden, die er als „aller sehr gut“ bezeichnet.

Hier schließt sich der Kreis. Lassen Sie Ihren Spaziergang auf dem WICKERER WEIN-WEG bei einem Gläschen Wein in einer unserer gemütlichen Gaststätten oder Straußwirtschaften ausklingen.